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Bundeswehr-job schwer zu bekommen?
#1
Hallo,
ich würde gerne nach der Schule bzw.nach dem Abitur-bin jetzt in der 9.Klasse-mein Studium machen im Bereich Luftfahrtingenieur. Meine Frage wäre, ob es einfacher als Pilot bei der Bundeswehr einzusteigen als bei den großen Airlines. Außerdem, wie wie schwer ist es als Ingenieur oder Techniker bei der Bundeswehr einzusteigen. Ist die Bundeswehr genauso beliebt wie die großen Airlines wie Bsp. Lufthansa und ist auch ein schwerer Eignungstest, wie bei Lufthansa zu bestehen oder ist es so, dass sie ungefähr jeden nehmen wie 
z.B. rynair(also das was ich gehört hab).
#2
Hallo iasso04, 
ich habe das Prozedere bei der Bundeswehr mal vor drei Jahren durch gemacht und bin auch bis zum Ende den letzten Tests dabei gewesen, um es schon einmal vorab zu nehmen, es wahr kein Zuckerschlecken. 

Den Vergleich mit dem Test bei der Lufthansa oder anderen Airlines kann ich dir leider nicht geben, da ich diese nicht gemacht habe und da es sehr andere Tests sind als die bei der Bundeswehr. 

Also zum Test bei der Bundeswehr: 

Dieser beginnt mit der Offizierseignung in Köln. Dabei bist du schon mal die ersten paar Tage in einer Kaserne untergebracht. In den Tagen werden Sachen wie Rechtschreibung, Mathe, Physik, Gruppendynamik, Sport und die Gesundheit überprüft. Da bekommst du dann auch schon das erste mal zu hören ob du für den fliegerischen Dienst geeignet bist oder vielleicht auch nicht. Der Mathematiktest und die anderen Tests hier sind noch relativ leicht, sollte jeder der das Abitur und eine gute Allgemeinbildung hat bestehen können. 

Wenn du hier alles bestanden hast, wirst du das erste mal nach Fürstenfeldbruck (FFB) eingeladen. Dort bist du wieder für eine Woche in der Kaserne mit den anderen Mittbewerbern untergebracht. In FFB werden grundlegende Sachen wie deine Motorik, Mehrfachbelastbarkeit und Gedächtnis getestet. Dabei wirst du wie auch im ersten Testverfahren in Bonn, schnell sehen wie sich das Feld stark ausdünnt. Der zweite Teil dieser Woche (vorausgesetzt du hast den ersten bestanden) ist dann rein medizinisch. 
Dabei wirst du einmal von Kopf bis Fuß durchgecheckt. Ob Blutabnahme, Sehtest, MRT und und und, da ist einmal alles dabei.
Hier fliegen dann glaube ich auch die meisten raus, es gibt viele Kleinigkeiten, die bei der Bundeswehr für ein ausscheiden sorgen können von Seiten der Medizin. Oft auch Sachen, über die man noch nie nachgedacht hat oder die einem sonst auch nie aufgefallen währen. So kann es zum Beispiel sein, dass deine Oberschenkel zu lang sind, wenn du dann mal mit dem Schleudersitz raus willst, dann würden die Beine im Flieger bleiben. 

Hast du auch hier alles mit Bravour bestanden, wirst du endlich zum letzten Test eingeladen. Auch dieser findet wieder in FFB statt, eine weiter Woche in der Kaserne. Hast du es bis hier geschafft, dann bis du schon einer von ganz wenigen. 
Du bekommst bevor es los geht ein paar Wochen vorher Post mit Lernunterlagen, die musst du dann auch wirklich drauf haben. Ein Hefter mit etwa 50 Seiten zum Thema Fliegerei. Da sind viele Themen abgedeckt, von Physik und Navigation über Funk bis hin zur Flugtheorie. 
Darüber werden dann mehre kleine Tests geschrieben. Weiterhin hat man dann in FFB jeden Tag morgens Unterricht zu besagten Themen und schreibt weitere kleine Tests (die haben es aber echt in sich). Nachmittags werden dann einfache Missionen geflogen, auf die du dich selbstständig mittels des Hefter vorbereiten musst. 
Die dritte Woche ist vielleicht die härteste von allen, hier ist nur doch die sehr kleine Spitze der Bewerber dabei und auch diese wird sich von Tag zu Tag verkleinern. 

Man muss leider ehrlich sein, die meisten kommen nicht annähernd bis zum Ende durch, um so erfreulich wenn du es tust. 

Wenn man hier nicht bestanden hat, heißt das aber eben auch noch lange nicht, dass man bei den zivilen Fluggesellschaften es nicht doch schaffen kann, die Anforderungen sind bei der Bundeswehr einfach nochmal deutlich andere, denn man ist auch immer noch Soldat. 

Der letzte Punkt den man sich noch einmal vor Augen führen sollte, ist es, dass man sich, falls man sich für diese Laufbahn entscheidet, mindestens für 16 Jahre verpflichtet. 

Ich hoffe ich konnte dir einen kleinen Einblick verschaffen, wenn du noch genauere Fragen hast, dann melde dich einfach. 
Ich wünsche dir auf jeden Fall nur das Beste und meiner Meinung nach sollte man es auf jeden Fall einfach mal versuchen, denn verlieren kann man nichts und es ist auf jeden Fall eine super Erfahrung fürs Leben. 

Beste Grüße Gregor
#3
Vielen Dank erst einmal für die schnellen und hilfreichen Antworten. Ich habe noch eine kleine Frage, gilt die Bundeswehr als ,,startramp'' für die lufthfahrt Karriere. Bsp. Ryanair ist doch sehr beliebt als startrampe, um dannach zu z.B. Lufthansa zu gehen.
#4
(18.09.2018, 01:31)iasso04 schrieb: Vielen Dank erst einmal für die schnellen und hilfreichen Antworten. Ich habe noch eine kleine Frage, gilt die Bundeswehr als ,,startramp'' für die lufthfahrt Karriere. Bsp. Ryanair ist doch sehr beliebt als startrampe, um dannach zu z.B. Lufthansa zu gehen.
Also als Startrampe würde ich es auf keinen Fall bezeichnen, denn du bist mindestens 16 Jahre bei der Bundeswehr und eine anschließende Berufssoldatenkarriere ist nicht ungewöhnlich. Berufssoldat ist man dann mehr oder weniger sein ganzes Berufsleben. Du muss bedenken, dass deine Ausbildung den Staat mehre Millionen kostet, die geben dich dann nicht so mal eben an die zivile Luftfahrt weiter. Sicherlich ist es möglich nach den 16 Jahren auch zu wechseln, gerne gesehen ist das aber mit Sicherheit nicht. 

Wenn du in der zivilen Luftfahrt durchstarten willst, gibt es viele deutlich bessere Wege als den Umweg über die Bundeswehr zu nehmen. 
Weiterhin solltest du bedenken, dass du als BW Pilot vergleichsweise wenige Flugstunden machst, da jede Flugstunde den Staat ein Vermögen kostet.

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