An dieser Stelle erst einmal ganz herzlich Willkommen auf der neuen AeroNewsGermany-Seite – und damit zum ersten Beitrag. Hier gibt es mal kein neues YouTube-Video, sondern schlicht und einfach etwas zu lesen. Für den Anfang dachte ich mir, berichte ich euch mal ein wenig über meinen Weg vom Abitur in die Kabine – obwohl ich doch eigentlich so schnell wie möglich ins Cockpit wollte. Das ganze vielleicht eine Nummer persönlicher, als das, was man bis jetzt auf YouTube dazu herausfinden konnte. Wenn euch das gefällt und diese Art Beitrag gut ankommt, dann gibt es schon bald mehr davon.

Als ich mein Abitur in der Tasche hatte, bin ich damit direkt zur Lufthansa gerannt – Anlaufstelle Nummer 1 für wahrscheinlich jeden Möchtegern-Piloten in Deutschland. Die Lage war schon dort wenig vielversprechend. Deutschlands größte Fluggesellschaft entfernte schon kurz nach meiner Bewerbung die Möglichkeit, sich überhaupt erst für diesen Weg zu entscheiden. So bekam ich einen der letzten möglichen Termine für die Berufsgrunduntersuchung – und bestand sie kurz darauf. An dieser Stelle war jedoch bereits klar, bei Lufthansa wird es vorerst nicht weiter gehen. Halb so wild – aber jetzt musste man sich um einen anderen Weg kümmern – Hauptsache etwas mit Flugzeugen. Das Ganze mit einer Voraussetzung – ich wollte mich nicht lange an etwas binden, ein Studium oder eine lange Ausbildung, was mich nicht ins Cockpit bringt, das wollte ich nicht – ob das klug war, schwer zu sagen. Und so dauerte es nicht lange und ich stand morgens um vier am Hamburger Flughafen im Keller und packte soeben eingecheckte Koffer in die entsprechenden Container, damit sie so ins Flugzeug eingeladen werden können. Ein interessanter Job – für drei Wochen, dann war ich wieder weg. Ich wollte fliegen – und neben Piloten gehören zur Crew eines Passagierflugzeuges auch Flugbegleiter.

Der Fakt, dass die entsprechende Ausbildung nicht einmal acht Wochen in Anspruch nimmt, machte die Entscheidung noch leichter. Flugbegleiter werden so gut wie immer gesucht, mal hier, mal dort. Ich war in der glücklichen Position, dass man aktuell so gut wie überall welche brauchte – bei den großen deutschen Airlines, an so gut wie jeder Station – auf Lang- und Kurzstrecke. So konnte ich mir – vorausgesetzt ich bestehe das Auswahlverfahren, welches man nicht unterschätzen sollte – die Fluggesellschaft und den Stationierungsort quasi aussuchen. Meine Wunsch-Airline war mir von Anfang an klar, bis zum Auswahltag dauerte es keine drei Wochen. Wenig später zog ich aus der Lüneburger Heide nach Frankfurt – für die Langstrecke. Hier flexibel zu sein hilft natürlich sehr. Aber ich war 18, ein Auto hatte ich mir gekauft – also wieso denn nicht. Wie eben schon angesprochen, dauerte die Schulung zum Flugbegleiter keine acht Wochen – eine interessante und intensive Zeit. Währenddessen bekam ich wirklich Lust auf einen Job, den ich ehrlich gesagt vorher noch gar nicht so richtig auf dem Zettel hatte.

Der erste Flug übertraf jegliche Erwartungen. In den nächsten Monaten konnte ich so das alltägliche “Crew-Leben” mitmachen – keine vier Monate nachdem ich mein Abiturzeugnis in die Hand bekommen hatte. Pro Monat standen drei bis vier Langstrecken zu interessanten Zielen auf dem Plan. Es gibt sicherlich wenige Möglichkeiten, nach dem Abitur so schnell so viele Orte zu sehen, ohne dabei Geld ausgeben zu müssen. Ganz nebenbei aber brachte mich dieser Job auch meinem eigentlichen Ziel, dem Platz im Cockpit, näher. Die Bewerbung war natürlich längst abgegeben. Allein der nun regelmäßig mögliche Blick ins Cockpit entschädigte für frühes Aufstehen oder schlaflose Nächte. Das Kennenlernen der ganzen Abläufe oder auch Gespräche mit Piloten waren selbstverständlich ungemein wertvoll. All das brachte mich dem Job, dem Auswahlverfahren und damit der Ausbildung immer näher. Einen so detaillierten Blick hinter die Kulissen hätte man wohl sehr schwer an einer anderen Stelle bekommen. Für mich war dies nach dem Abitur definitiv der richtige Weg. Er brachte mich an den Ort, an dem ich sein wollte – ins Flugzeug. Dazu ermöglichte er mir Einblicke und Informationen, welche für mich nun immer wieder von großem Vorteil sind. Nicht zuletzt hatte ich schlicht und einfach sehr viel Spaß daran. Es gibt viele Jobs in der Fliegerei, die vor dem Pilotenberuf sinnvoll sein können. Ganz egal ob Ramp Agent, Techniker – oder eben Flugbegleiter.

Sicherlich sind auch Jobs außerhalb der Fliegerei selten eine Zeitverschwendung. Stures Warten, bis jemand kommt und einen zum First Officer macht, erscheint mir allerdings nicht sehr klug. Was man aus seiner Zeit macht, bleibt einem selbst überlassen – ist der Weg ins Cockpit jedoch nicht sofort frei, dann lohnt es sich in jedem Fall, auch mal nach links und rechts zu schauen. Viel Erfolg dabei!